Beschreibung
Das neue Fortbildungszentrum des Auswärtigen Amts ist für die Ausbildung von Diplomaten errichtet worden. Das unter Deckmalschutz stehende 5-stöckige Gebäude auf dem Grundstück Oberwasserstraße 13 wurde 2004 von der Bundesrepublik Deutschland dem Auswärtigen Amt zur Nutzung übertragen.
In Planungsphase 3 wurden umfangreiche Abstimmungen mit den Beteiligten und insbesondere mit den unterschiedlichen Nutzern geführt. In den Abstimmungsrunden wurde regelmäßig geklärt, welche genauen Anforderungen der Nutzer an die Räumlichkeiten und somit an die Anlagentechnik stellt. Naturgemäß kann der Nutzer nicht bewerten welche Informationen die Planenden benötigen. Dazu wurden projektspezifische Raumbücher erstellt. Anhand dieser Raumbücher wurde dann die Anlagentechnik konzipiert und dem Nutzer plausibel erläutert was er unter Berücksichtigung öffentlich rechtlicher Belange erhält. So wird seitens des Nutzers oft der Wunsch geäußert, dass die Büroräume gekühlt werden sollen. Dies ist in der Regel keine öffentlich rechtliche Forderung. Gleiches gilt auch für die Be- und Entlüftung. Maschinelle Anlagen sind nur zu berücksichtigen, wenn aus sicherheitsrelevanten Gründen die Fenster nicht geöffnet werden dürfen oder die Fensterflächen gemäß der Arbeitsstättenrichtlinie nicht ausreichen. Die Nutzer wurden nachweislich auf die Forderungen aus öffentlich rechtlicher Sicht hingewiesen.
Durch das Gebäude verlief die primäre Fernwärmeleitung des Versorgers Vattenfall. Die Heiztrasse versorgte dabei den Gebäudekomplex Kurstraße 33 sowie die Oberwasserstraße 11/12. Der Gebäudekomplex Kurstraße 33 schließt unmittelbar und das Gebäude Oberwasserstraße 11/12 durch den neuen Verbindungsgang im 2. OG an. Hierzu mussten des Öfteren baubegleitende Umschlüsse durchgeführt werden. In der Regel waren bis zu 6 unterschiedliche Nutzer einzubinden. Für jeden Umschluss wurden Detailterminpläne, die in Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen erstellt wurden, übergeben und abgestimmt.
Die Umschlüsse waren sowohl in den Sommermonaten als auch in den Wintermonaten erforderlich, da auch im Sommer Heizwärme für die Warmwasserbereitung benötigt wurde.
Eine weitere Herausforderung war die Unterbringung der Zentralen im KG und DG. Auf Grund des Grundwasserstandes musste der Kellerboden ertüchtigt werden. Für die Anlagentechnik blieb in den Zentralen nur eine lichte Raumhöhe von ca. 1,9m übrig. Der Aufbau der Anlage wurde während der Bauphase mit dem Betreiber abgestimmt, um einen reibungslosen Übergang zur Abnahme zu gewährleisten. Im DG bestand das Problem der Statik und der Schallübertragung. Auf der Dachfläche wurden der Fachtechnik im Bereich der Windböcke genau eingemessenen Aufstellflächen zur Verfügung gestellt. Raummittig durften aus Statischer Sicht keine Lasten eingebracht werden. Erschwerend kam hinzu, dass aufgrund der akustischen Anforderungen sämtliche Geräte auf schallentkoppelten Stahlkonstruktionen mit einer Aufbauhöhe von ca. 30 cm aufgestellt werden musste, was zu Minimierung der Montagefreiräume der Kanalsysteme führte. Die Außenluft- und Fortlufthauben durften zudem nur an zuvor mit dem Denkmalschutzamt abgestimmtem Punkte in die Dachhaut eingesetzt werden.
Aufgrund der hohen Kühllasten und unter Berücksichtigung der geringen Raumhöhen und Raumtiefen zur zugfreien Einbringungen der Zuluft wurden Strömungssimulationen und Laborversuche durch den Hersteller durchgeführt. Begründet durch die Ergebnisse der Simulationen und Versuche konnten Empfehlungen an den Architekten ausgesprochen werden, dass z.B. für die Innenjalousien keine Aluminiumlamellen oder Ähnliches verwendet werden sollte, da durch die Luftbenetzung die Lamellen in Bewegung geraten und Geräusch erzeugen. Das Gebäude verfügte über einen Aufzug, bei dem jedoch die Zulassung abgelaufen ist. Im Rahmen der Planung wurde unter Berücksichtigung einer etwaigen Ertüchtigung die erforderliche Anzahl der Aufzüge nach AMEV nachgewiesen. Im Ergebnis reichte ein Aufzug. Sollte die Liegenschaften ihre Endkapazitäten erreichen kann der Bestandssaufzug ertüchtigt und in Betrieb genommen werden. Für die Pausen in dem Fortbildungszentrum stehen den Teilnehmern Snack- und Getränkeautomaten sowie in den einzelnen Etagen Küchenbereiche zur Verfügung.