Beschreibung
Im Hauptgebäude Unter den Linden, wo einst Albert Einstein und Hegel forschten und lehrten, befinden sich heute neben dem Präsidenten und der Verwaltung auch der größte Hörsaal der Universität, das Auditorium Maximum mit 750 Plätzen, ein modernes Studierenden Service – Center, die Institute für Philosophie, Anglistik/ Amerikanistik und das Winckelmann-Institut für Klassische Archäologie sowie der Mensa Süd. Die technischen Anlagen in diesem Gebäude sind zum Teil veraltet und müssen sukzessive erneuert werden.
Die Maßnahme umfasst die komplette Sanierung des Trinkwassernetzes unter Berücksichtigung der weiteren Nutzer. Die gesamte Liegenschaft verfügt über ein ausgedehntes nasses Feuerlöschsystem. Zur Erfüllung der Trinkwasserverordnung ist nach vorheriger Abstimmung mit der Feuerwehr und den Berliner Wasserbetrieben das Feuerlöschsystem in dem Teilkomplex Mensa Süd auf ein trockenes System umgebaut worden. Die Maßnahme musste unter Berücksichtigung einer zweiten parallel laufenden Maßnahme in ähnlicher Größenordnung durchgeführt werden. An dieser Stelle sei erwähnt, das auf unsere Empfehlung ein baubegleitender Sachverständiger für Brandschutz beauftragt wurde, der in Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen und uns die brandschutztechnischen Durchführungen durch klassifizierte Bauteile dokumentierte.
Die Maßnahme Mensa Süd mit dem Verwaltungstrakt und den Büros erstreckt sich über KG, EG und teilweise DG. Die Lüftungssteiger und Versorgungssysteme sind überwiegend vom DG aus verteilt worden. Dabei querten die Medienleitungen das 1.OG, ZG und 2.OG.
Für die statische und dynamische Heizung wurde die gesamte Ringleitung im Gebäude mit den einzelnen Verteilern unter laufenden Betrieb erneuert.
Im DG wurde auf einer Fläche von ca. 80x20m eine Kälte-, Lüftungs- und Klimazentrale errichtet. Hier bestand im Wesentlichen die Besonderheit der Außenluft- und Fortluftführung. Dazu wurden dem Denkmalamt drei unterschiedliche Systeme vorgestellt. In einer Dachneigung von nur 23° musste im Schatten der Attika ca. 150m² Wetterschutzgitter für rund 120.000m³/h Außenluft und 120.000m³/h Fortluft eingeplant werden.
Im DG wurden für die Maßnahme 5 Teilklimaanlagen und 3 Lüftungsanlagen aufgebaut.
Eine weitere Besonderheit bestand in der Aufschaltung der Gebäudeleittechnik. Zum einen mussten sicherheitsrelevante Datenpunkte auf die GLT über das Datenformat TCP/IP der HUB abgesetzt werden und zum anderen auf die GLT des Studentenwerkes in der Hardenbergstraße über das Kommunikationsnetz Voice over IP (VoIP). Die Konzeptionierung der Kälteanlage musste ebenfalls mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt werden. So musste für die Aufstellung des Verflüssigers ein Bereich von ca. 30m² herabgesetzt werden, damit sich die Kälteanlage im Schatten der Attika befindet. Neben der Kompressionskälteanlage wurden in dieser Maßnahme alternative Systeme wie z.B. Geothermie untersucht und durch Simulationsrechnungen wirtschaftlich dargelegt. Der Bau der Geothermieanlagen wurde aus dem Projekt herausgelöst und wird als eigene Baumaßnahme später realisiert. Für das Büro Seewöster, welches die Küchenplanung erstellt hat, haben wir die gesamte Fördertechnik geplant. Weiterhin sind sämtliche Küchenblöcke mit den Küchenblockeinfassungen durch uns geplant worden. In allen Planungsphasen waren intensive Abstimmungen mit allen Beteiligten auch projektübergreifend erforderlich. An dem Gesamtprojekt waren insgesamt 8 unterschiedliche Nutzer, 3 Architekturbüros, 2 Projektsteuerer und diverse Dritte beteiligt. Unser Büro wurde mit der gesamten Maßnahmen beauftragt. Neben der Fachbauleitung wurde zur Einhaltung der Qualitäten, Kosten und Termine wurden umfangreiche Prüflisten und Cecklisten wöchentlich erstellt und ein ständig besetztes Büro auf der Baustelle eingerichtet. Alle Abstimmungen mit den Beteiligten wurde zeitnah dokumentiert und in Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen Detailterminpläne erarbeitet. Hierzu wurde in den zurückliegenden Jahren ein auf MS Office beruhendes QM System mit den erforderlichen Kosten- Termin und Qualitätslisten erstellt